This is ARTa!

Der @bison und ich haben heute im @chaosdorf nach einem ausgiebigen bayrischen Frühstück angefangen Pixel zu schubsen. So richtig mit Python und Bildern die von uns verfremdet worden sind. Bison übernahm den Codingpart und moi kam mit Ideen an um die Verfremdung zu systematisieren. Dazu habe ich dann die Ergebnisse selbst durch Abfogografieren und wiederum digital per pythontool „draw-o-matic“ nochmal bearbeitet. Manche habe ich nochmal durch GIMP gejagt und dann nochmal zur „bisonisierung“ rübergeschickt. Wir spielten uns also die Bälle zu und heraus kam folgendes:

tmp_coloring2 tmp_coloring2_houseofrorschach tmp_jump tmp_coloring2_houseofrorschach_warholy

Die Bilder sind cc-by-sa 4.0 @bison und @forschungstorte a.k.a ARTa

SPACEPORN NEEDS MORE GAZE EQUALITY TO MAKE ME FUND IT

I am writing this in English because this somehow is a more international message I am trying to get accross here and it is nothing that can remain within the German language borders.

Dear PornHub!

First of all I have to say that reaching for the stars to make some porn in space is an amazing Idea. It is especially amazing because this is one step further to normalizing sex and porn as a natural part of being human. Awsome. But I also have some bones to pick concerning the presentation of the project. To get me to invest in this interesting idea I want more than what you have given me up to date.

It is really quite simple when you step back and look at sex as a human thing. So if you wanna go to space and make a sexy film, the first one ever made there, then make it porn for the largest audience or as many audiences possible. You are sort of representing humankind for sexy enternainment here.

Why am I saying this so early on when you have just launched your crowdfunding campaign?

Your video features the two stars you want to send up. A man and a woman. Basic, but essentially fine. Whilst Eva Lovia is sitting there in a skimpy pink number, her male co-star is wearing jeans and a t-shirt. Let that sink in. Jeans and a T-Shirt. And he is gonna be in P-O-R-N.

You. Must. Be. Kidding. Me.

Get those street clothes off that gentleman and sit him down in a pair of hotpants for FSM sake.  You wanna sell sex? Sell SEX! The whole dish and not just a part of it.

Look at the calendar. It’s friggin‘ 2015. Sell us some sexy, dammit. Yes, us androsexuals wanna see some beefcake and maybe the odd twink plop up a bit more often than in genre like „gay“ or „for women“. By the way, androsexual people are those folks who are sexually attracted to MEN. And those androsexuals have had it with the eternal cheesecake for the erotic mind. This has been going on for ages and it is getting tiresome. This seemingly everlasting boring buffet of female bodies is fine for people who like women and fine for what may (still!) be thought as a symbol for sexyness. But this pattern is fraying. Fast.

In the name of progress and better sex for all: Give us BOTH. Hot Guys and Gals.

Anyway, you at PornHub are so dammned good at crunching numbers. Well look at those numbers and realize that in order to sell a ground breaking project for porn stars entering the spacy Version of the Mile High Club, you betta WORK!

And if you do your Work properly, this might cost double, send up enough people to quench the gay/lesbian thirst for zero g sexytimes. This might still be rudimentary in the face of the many faceted world of queer sexuality, but it would be awsomesauce. This way you would be not just reaching for space but showing how porn of the 21st centruy is supposed to work. For humankind. Not just for „men“.

In my sex and porn talk at re:publica15, it is also in English, I referred to the different gazes not as male, female, gay or straight but as andro- or gynosexual.  In this construct, the person gazed upon is more important than the person gazing. This makes it easier to grasp that humans actually do consist very roughly of 50:50 for each body type and also people correspondingly desiring the other. With a lot of queer sparkle inbetween. We all have eyes. We all are visual creatures that use PornHub. So go for it and be awsome.

Cheers,

Elle Nerdinger

P.S: There is no next time to do it right. This time or never. 🙂

Header Image: CC-BY-SA David Simmonds https://www.flickr.com/photos/davidwithacamera/7888309492

MODESPIRENZCHEN: #thedresses Teil 1

Die nun von mir besprochenen Beispiele für gelungene und misslungene „Skandalkleider“ sind schon recht alt. Es sind Beispiele der Mode der Nullziger, die in meiner Sicht ein sehr seltsames Jahrzehnt waren. Es war die Zeit der stilistischen Findungsphase unserer westlichen Mainstreamkultur. Wie eine Pubertät quasi.

In der Pubertät produziert Mensch gute wie fragwürdige, infantile und undurchdachte Dinge. Es können Geniestreiche passieren oder einfach Griffe ins Klosett getätigt werden. Beim „Skandalkleid“ ist es eine hohe Kunst, etwas plausibles, gut gestaltetes hinzulegen, das zwar die Gemüter ob der Menge der gezeigten Haut erhitzt, aber einfach in sich schlüssig ist.

Das gute Beispiel kommt aus dem Hause Versache. Dieser Hort der überbordenden texitlen Dekadenz aus Norditalien hat ein Abo auf skandalöse Leibchen. Eine Liz Hurley wurde gar Dank eines sicherheitsnadeligen Etwas sogar bekannter als sie vorher war. Andere bereits hinlänglich bekannte Diven greifen zum sexy Versachekleid weil sie es einfach mögen und natürlich auch Presse dabei herumkommt. Presse bekommen ist schließlich der Job einer anständigen Diva.

Green Versache Dress Jennifer Lopez 2000  This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license. Mabalu Wikimedia Commons
Green Versache Dress Jennifer Lopez 2000 This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license. Description English: Dress of the Year, 2000. Bamboo-print silk chiffon dress identical to that worn by Jennifer Lopez to the Grammys in February 2000, this version exhibited at the Fashion Museum, Bath, as part of their Dress of the Year Collection. Date 6 August 2014, 18:04:38 Source Own work Author Mabalu

Die jute JLo hatte im Jahr 2000 bei den Grammys dieses ominöse, aber verdammt gut gemachte, grüne Ding an. Es war ein Kleid, das nicht nur sprichwörtlich bis zum Bauchnabel ausgeschnitten war. Soweit so hautig.

Mich erinnert die ganze Komposition mit Hotpants unterm durchsichtigen Printkleid an edle Bademode, die sich als Abendgarderobe bei den Grammys einschleicht.

Man kann sich eine elegante  Badende vorstellen, die ohne Oberteil am Pool rumscharwenzelt. Sie hat sich dann flux mal einen schicken Überwurf angezogen und war somit von der Poolhippen zur Redcarpet-Lady verwandelt. Wie Superman, nur ohne Telefonzelle.

Die Durchführung des Designs ist hochwertig, durchdacht und in sich schlüssig. Die Farben stimmen, es ist ein grüner Traum aus Chiffon und Hotpants. Das Kleid wird im Brustbereich angetaped, damit kein Nippelgate geschehe. Die Form des Ausschnittes ist mit dieser Robe der Natur eines solchen Überwurfes gerecht geworden. Es sieht nicht zu gewollt aus, sondern einfach locker drübergezogen und fertig ist der Monsterausschnitt der halt so „passiert“. Donatella Versache mag zwar umstritten sein, aber sie zieht ihren Stil knallhart und plausibel durch. Job well done. Der Rest ist Geschmackssache und daher sehr relativ. Übrigens, dieses Gewand ist derart berühmt, dass es einen eigenen Artikel bei Wikipedia hat.

Aber nach dem guten Beispiel folgt sobald der Unfall. Dieser kommt, leider Eris, aus Deuschland. Eine Designerin aus Bremen kleidete für etwa 3000 Euro ein. Maßgeschneidert für einen Auftritt in einer mittlerweile toten Samstagabendshow. Dieses Kleid sorgte wegen seiner freizügigen Gestaltung für viel Wirbel. Die Sängerin, ihren Künstlernamen hat die Dame im übrigen von einer Terminator-Heldin entliehen, wurde von Unholden aufgrund des gemunkelten Fehlens einer Unterbuxe als leichtes Mädchen beschimpft. Diese Reaktion ist im Übrigen um ein Vielfaches garstiger, verdammenswerter und schlimmer als jedes Versagen von der Seite der Designerin. Designfails können behoben werden, Gestaltermenschen können lernen. Leute, die gestalten, verursachen oftmals schlimme Gestalten, bevor ihre gestalterische Kompetenz sich wirklich formen kann. Daher sei dieser Verriss dieses Kleides sehr unter das Motto „es kann ja nur besser werden“ gestellt. Nur mal so, um das klarzustellen.

Aber leider ja, ich fand das Kleid mit dem Flammendesign sehr enttäuschend, da ich damals in den frühen Nullzigern, wie einige andere Menschen auch, Flammenmotive in der Mode ganz reizend fand. Das war halt damals Teil des Zeitgeistes, den auch die Band Rammstein mit ihren Feuerspielen (zumindest bei mir) mit entfacht hat.

Sarah Connor bei Wetten Dass?
Sarah Connor bei „Wetten Dass?“ Quelle: ZDF

Ja, soweit dieses leider misslungene Werk, das in folgenden Punkten vor allem leidet:

1. Es gibt keine Plausibilität im Design. Unten die Flammen die abrupt einfach am Oberteil aufhören und die schlanke Trägerin aussehen lassen wie eine Fleischtheke. Das will doch kein Mensch?!

2. Die Gestaltung mit den Flammen im Kontrast zum schwarzen, transparenten Teil hätte vom Rock bis zum Oberteil durchgezogen werden müssen. Der Aussschnitt nicht nach unten gezogen, sondern mit den Flammen zu einem V gestaltet werden. Von mir aus auch so tief wie beim Versache-Modell oben.

3. Die Flammen verhalten sich nicht plausibel zueinander, sondern wirken einfach zusammengeklatscht, sodass es einfach halt irgendwie passt, aber im Endeffekt überhaupt nicht wie eine schlüssige Komposition wirkt.

Als Fazit bleibt zu betonen, dass hier aus Gestaltersicht eine große Chance vertan wurde, ein ikonisches Kleid zu erschaffen. Stattdessen gab’s zum Leidwesen der Sängerin üble Beschimpfung und blöde Menschen, die über die Abwesenheit oder Anwesenheit von Unterbuxen diskutieren. Das muss doch nicht sein. Dafür gibt’s doch Designer!

 

MODESPIRENZCHEN: COWBOYS UND ZOMBIES

Ich bin ein Freund der hochwertigen Mode, auch wenn ich mir nicht jeden Tag teure Teile kaufen kann, sehe ich mir gut geratene Werke dennoch auch online gerne an. Ich bekomme im Zuge dieses Interesses diverse Newsletter von Modehändlern am oberen Spektrum der Messlatte. Manchmal sind schöne Dinge dabei, manchmal langweiliges. Heute hatte ich von Mytheresa was sehr amüsantes zu bestaunen. Das Pariser Traditions-Couturehaus Lanvin preist neue Körperhüllen an. So stylisch die Klamottten auch wirken, die Models und vor allem die Posen und Inszenierung der Bilder oszillieren zwischen Cowboycool, Zombieapokalypse und bedröppelten Empfängern schlechter Nachrichten.

Ich frage mich bei aller Coolness, die in der kontemporären Modefotografie immer wieder zum Vorschein kommt, was man mit bedröppelten Zombies verkaufen will?! Ist man mittlerweile so verzweifelt auf dieser Welt, dass ein schickes Outfit an niedergeschlagen wirkenden Menschen uns dazu animieren soll, auch solche Kleider zu erwerben?

„Man kann auch verzweifelt schick aussehen! Seien auch Sie gut gekleidet, wenn mal wieder eine Hiobsbotschaft im Postkasten lauert. Denn gut gewandet erträgt sich der Alltagsdriss besser.“

So könnte das Briefing für diesen Photoshoot ausgesehen haben. Wir Nerdingers auf jeden Fall hatten Spass daran, uns lustige Assoziationen auszudenken, die diese Bilder in uns wachriefen. Wirklich glamourös waren sie aber nicht.

Catcalling, Leute die einem Unfug hinterherschreien

Ich bin heute, jetzt quasi, um kurz vor vier Uhr morgens mit meinem Partner von einer Bar nach Hause gelaufen. Ich hatte schwarze, lange sehr bedeckende Kleidung an. Trotzdem hat ein Autofahrer mich/uns beschimpft und mit unverständlichen aber wütend wirkenden Worten überzogen. Der Mensch klang entfernt wie jemand, der aus einer religiös konservativen Region dieser Welt kommen könnte. Daher hab ich nicht gerafft warum er mich als recht verhüllten Menschen so angekackt hat. Ich verstand jedoch nur irgendwas mit „Karneval“. Dabei sah ich einfach, mit meinem Partner zusammen verdammt unscheinbar und unbunt und uninteressant aus. Ich verstehe diese Agression auf Mitmenschen nicht. Ist es weil ich einfach als weiblich erscheinender Mensch es wage auf der Straße rumzulaufen? Oder weil dieser Idiot einfach nen Pfurz quer sitzen hat?

Solche Leute sind, egal wo sie herkommen, egal welche Weltanschauung ihnen als Kind beigebracht worden ist, einfach unfähig andere Menschen zu respektieren. Ihr Ego ist ihnen wichtiger als einfach unbescholtene Leute in der Stadt ihrer Wege gehen zu lassen. In Ruhe. Weil sie einfach da sind.

Weil sie ihre kurzzeitige Befriedigung brauchen, andere Leute klein zu machen. Wie dieser Wicht in seinem Karren. Er hielt es daher nötig, uns anzuschreien. Weil wir da waren.

Geh kacken!

Mit Durchfall.

Bild: cc-by-nc-sa  Andy Holt: https://www.flickr.com/photos/andy_holt/5056365623/